Weniger Heizkosten und mehr Wohnkomfort mit Einzelraumregelungen

Funktionsweise und Vorteile für Verbraucher im kompakten Überblick

 

Weniger Heizkosten und mehr Wohnkomfort stehen für viele Verbraucher bei der Nutzung der eigenen Heizung an oberster Stelle. Selbstlernende Einzelraumregler bieten dabei eine effiziente Möglichkeit, diese Ziele zu erreichen. So lassen sich in einem Einfamilienhaus bis zu 20 Prozent der Heizkosten einsparen, sofern Flächenheizungen mit einer raumweisen Temperaturregelung im Einsatz sind. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Bundesverbandes für Flächenheizungen.[1]

 

Im Folgenden erfahren energiebewusste Hausbesitzer, welche Vorzüge digitale Einzelraumregler bieten und wie sich die Technik in Betrieb nehmen lässt.

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Quelle: Pixabay.com

Wie setzen sich Systeme zur Einzelraumregelung zusammen?

Einzelraumsysteme bestehen in der Regel aus einer Zentraleinheit (Controller), einem Raumthermostat oder digitalen Heizkörperthermostaten (Ventilregler). Während Raumthermostate vielfach der Regulierung von Fußboden- oder Deckenheizungen dienen, eignen sich elektronische Ventilregler für Temperatureinstellungen direkt am Heizkörper. Einzelraumsysteme bieten den Vorteil einer komfortablen und an den eigenen Bedarf angepassten Temperatur. Das erhöht neben dem Wohnkomfort auch die Ersparnisse bei der eigenen Heizung. Zudem sind Einzelraumregler laut Energieeinsparverordnung von 2014 sogar Pflicht in einem neu gebauten Haus.

 

So montieren Hausbesitzer Einzelraumregelungen

Raumthermostate lassen sich mithilfe von Klebeband oder Wandhalterungen in wenigen Minuten an der Wand befestigen. Für die Montage elektronischer Heizkörperthermostate ist zunächst das alte mechanische Ventil abzuschrauben. Dabei empfiehlt es sich den Heizkörper bis auf Reglerstufe fünf aufzudrehen. Mittels einer Zange lockern Heizungsbesitzer die Überwurfmutter, um den alten Thermostatkopf vom Gewinde zu lösen. Nun lässt sich das neue Thermostat ohne fachliche Kenntnis einfach aufschrauben. Adapter sorgen für Passgenauigkeit und einen festen Halt. Den notwendigen Strom zum Antrieb der Raum- oder Heizkörperthermostate stellen Batterien, Knopfzellen oder Solarzellen bereit. Elektrischer Strom aus der Steckdose ist somit nicht nötig.

 

Wie kommunizieren Controller und Thermostate?

Über Plug and Play sind alle Geräte miteinander verbunden. Die Kommunikation eines Einzelraumsystems erfolgt über eine Funkverbindung. Über das Eingabemenü der Zentraleinheit geben Bauherren und Immobilieneigentümer die gewünschten Temperaturwerte ein. Sensoren im Raumthermostat messen die vorliegende Temperatur im Wohnraum. Weicht diese von den voreingestellten Solltemperaturen ab, setzt sich das Thermostat über Funk mit der Zentraleinheit in Verbindung. Letztere empfängt die Nachricht und sendet Änderungsbefehle an die Heizung, damit diese die Temperatur an das gewünschte Wärmeniveau anpasst. Die Menüführung variiert von Hersteller zu Hersteller. Daher empfiehlt sich ein Blick in die Bedienungsanleitung.

 

Fünf Vorteile für den Verbraucher

 

  • Heizung komfortabel regeln

Über eine WLAN Verbindung ist die Zentraleinheit in der Lage mit dem Internet zu interagieren. Hersteller-Apps erlauben die intuitive Heizungssteuerung per Smartphone oder Tablet. Hausbewohner steuern ihre Heizung dabei bequem vom hauseigenen Sofa, aus dem Büro oder auf dem Weg nach Hause.

 

  • Selbstlerneffekt durch intelligente Algorithmen

Die Heizung ist oftmals eher nebensächlich im Alltag. Eine energiesparende Einstellung gerät dabei schnell in Vergessenheit. Zu Unrecht: Denn schließlich fallen über 70 Prozent der Energiekosten in einem durchschnittlichen Haushalt auf die Heizung. Hier besteht demnach ein großes Potenzial für Einsparungen. Einzeltemperaturregler speichern Heizgewohnheiten der Hausbewohner ab und lernen mittels intelligenter Technik, welche Heizleistung zu erbringen ist, um zur richtigen Uhrzeit das passende Temperaturniveau bereit zu stellen. Heizungsbesitzer profitieren dabei von einer vollautomatischen Senkung oder Erhöhung der Raumtemperatur ohne dabei selbst eingreifen zu müssen. So herrscht rund um die Uhr eine angenehme und umweltfreundliche Wärme im Haus. Auch beim Verlassen des Hauses schaltet die Heizung automatisch herunter. Das steigert nicht nur den Wohnkomfort, sondern auch die Freude beim nächsten Blick auf die Heizkostenabrechnung.

 

  • Schnelle Reaktion auf Temperaturveränderungen

 Steigt die Temperatur aufgrund eindringender Sonnenstrahlen, passen Einzelraumsysteme die Leistung der Heizung innerhalb kurzer Zeit an. Bei einem anstehenden Wintereinbruch ist der Wohnraum ohne lästiges Vorheizen schnell angenehm warm. Die intelligente Software errechnet den optimalen Zeitpunkt, wann der Kessel mit dem Heizen beginnen kann. Fußbodenheizungen reagieren zwar selbstständig auf veränderte Wetterverhältnisse, sind in der Temperaturanpassung jedoch träger als Heizungen mit angeschlossenen Einzelraumsystemen. Denn letztere sind in der Lage Wetterprognosen abzurufen, um der Heizung frühzeitig Informationen zum Wärmebedarf zu übermitteln.

 

  • Einzelraumregler sind laut Energieeinsparverordnung Pflicht

Die Energieeinsparverordnung (EnEV) verpflichtet Bauherren seit 2014 bei einem wassergeführten Heizungssystem eine raumweise Regelung zu installieren. Wer dabei Einzelraumregler, bestehend aus einer Zentraleinheit und digitalen Wand- oder Heizkörperthermostaten einsetzt, ist von der gesetzlichen Nachrüstpflicht befreit.

 

  • Jederzeitige Kenntnis über den eigenen Energieverbrauch

Elektronische Thermostate verfügen über Statistikfunktionen. Anhand von leicht verständlichen Diagrammen und Schaubilder erhalten Hausbesitzer jederzeit Einsicht über den Status der bisher verbrauchten Energie im Eigenheim. Fehler im eigenen Heizverhalten von Anfang an sichtbar. Dies unterstützt ein schnelles Ableiten entsprechender Verbesserungen.

 

Viele weitere Informationen zum Thema digitale Heizungen lesen Sie auf dem Blog von Kesselheld.

 

Wie hoch ist der Einspareffekt?

Wie hoch die exakte Ersparnis ausfällt, hängt vom eigenen Heizverhalten sowie den vorherrschenden Dämmverhältnissen des Wohnhauses ab. So haben Altbauten aufgrund der schlechten Isolierung einen höheren Wärmebedarf als neu errichtete Energieeffizienzhäuser.

 

[1] Quelle: http://medien.enev-online.de/infos_2010/101115_bvf_nachruestung_einzelraumregelsysteme.pdf

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